Oskar Erfahrungen: Mein ehrlicher Bericht mit zwei Kinderdepots

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Oskar Erfahrungen: Mein ehrlicher Bericht mit zwei Kinderdepots

Hey, liebe Investierfüchse! 🦊

Geld für die Kinder anlegen klingt erst mal nach Arbeit: Broker aussuchen, Junior-Depot eröffnen, ETF finden, Sparplan einrichten und dann am besten noch regelmäßig reinschauen. Genau da setzt Oskar an. Du legst fest, wie mutig angelegt werden soll und den Rest erledigt Oskar für dich.

Ich nutze Oskar seit 2021 für meine beiden Kinder. In diesem Artikel bekommst du einen ehrlichen Bericht: was Oskar kann, wer im Hintergrund mitverdient, was es wirklich kostet und wie sich die Depots meiner Kinder entwickelt haben 🙂

Was ist Oskar?

Oskar ist ein sogenannter Robo-Advisor, also eine digitale Vermögensverwaltung. Du suchst dir keine einzelnen ETFs aus, sondern eine Anlagestrategie. Oskar legt dein Geld dann in ein fertiges Paket aus ETFs (und ETCs, u. a. auf Gold) an und hält die Mischung automatisch im Gleichgewicht.

Gegründet wurde Oskar 2019 von drei Vätern. Entsprechend ist das Angebot klar auf Familien ausgerichtet: Kinderdepots, mehrere Konten in einem Zugang und die Möglichkeit, dass auch Großeltern mitsparen.

💡 Tipp: Du weißt noch nicht genau, was ein ETF ist? Dann lies zuerst Was ist ein ETF? Danach ergibt der Rest viel mehr Sinn.

Wer steckt hinter Oskar?

Bei Oskar sind gleich drei Unternehmen beteiligt. Das steht auch so in den Quartalsrechnungen:

1 · App & ServiceOskar.de GmbHKarlsruhe. Betreibt App und Website, kümmert sich um Service und die Auswahl der ETFs.
2 · VerwaltungScalable Capital BankMünchen. Vermögensverwalter, legt dein Geld nach der gewählten Strategie an.
3 · DepotbankBaader Bank AGFührt dein Depot und das Verrechnungskonto. Hier liegen deine ETF-Anteile.

🛡️ Für dich heißt das: Deine ETF-Anteile liegen bei der Baader Bank. ETFs sind Sondervermögen und gehören dir, nicht dem Anbieter. Selbst wenn Oskar pleitegehen würde, wären deine Anteile also vermutlich nicht weg.

So funktioniert Oskar

1. Strategie wählen: Wie viel Aktien darf es sein?
50 %
60 %
70 %
80 %
90 %
Fünf Strategien von OSKAR 50 bis OSKAR 90. Die Zahl ist der Aktienanteil, der Rest steckt u. a. in Anleihen und Gold. Gelb markiert: OSKAR 80, damit sparen meine Kinder.
Sparplan ab 25 €Monatlich oder als Einmalanlage.
KinderdepotsFür jedes Kind ein eigenes Konto, alles in einer App.
Großeltern & Co.Oma, Opa und Paten können mitsparen. Beliebig viele Konten in einem Zugang, jedes mit eigener Strategie.
Rebalancing inklusiveOskar hält die Mischung automatisch und ohne Extrakosten im Gleichgewicht.
VL-Sparen in ETFsVermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber fließen komplett in ein OSKAR-VL-Depot, angelegt zu 100 % in Aktien-ETFs. Eine Strategie wählst du dabei nicht aus. Weil es keine staatliche Förderung gibt, kommst du laut Oskar jederzeit an dein Geld, die übliche Sperrfrist von sieben Jahren gilt hier nicht. Extra-Gebühren für VL gibt es nicht, es gelten die normalen Oskar-Kosten. Die Arbeitgeberbescheinigung erstellt Oskar automatisch. Achtung: Die Arbeitnehmer-Sparzulage bekommst du so nicht. Wer unter der Einkommensgrenze liegt (seit 2024: 40.000 € zu versteuerndes Einkommen, Paare 80.000 €), verschenkt bis zu 80 € im Jahr. Mehr zu VL bei Oskar

💡 Tipp: Warum sich früh anfangen gerade bei Kindern so lohnt, siehst du im Artikel Zinseszins einfach erklärt. Probier es direkt im Zinseszins-Rechner aus.

Was kostet Oskar?

Jetzt kommt der Teil, den man ehrlich ansprechen muss: Bequemlichkeit hat ihren Preis. Oskar nimmt eine jährliche Gebühr auf dein angelegtes Geld. Darin sind Verwaltung, Depot und Handel enthalten. Die Gebühr teilen sich die drei Beteiligten:

bis 10.000 €
1,00 % pro Jahr
  • Scalable (Verwaltung)0,425 %
  • Baader (Handel)0,15 %
  • Oskar (Service)0,425 %
10.000 bis 50.000 €
0,80 % pro Jahr
  • Scalable (Verwaltung)0,325 %
  • Baader (Handel)0,15 %
  • Oskar (Service)0,325 %
ab 50.000 €
0,70 % pro Jahr
  • Scalable (Verwaltung)0,275 %
  • Baader (Handel)0,15 %
  • Oskar (Service)0,275 %

Dazu kommen die Kosten der ETFs selbst, laut Oskar ca. 0,14 % pro Jahr. Die stecken schon im ETF-Kurs und werden nicht extra abgebucht. Insgesamt kostet dich Oskar bei kleineren Depots also rund 1,14 % im Jahr.

Wichtig: Die Gebühren sind inklusive Umsatzsteuer, da kommt also nichts mehr obendrauf. Ein Blick in meine Quartalsrechnungen bestätigt das auf den Cent. Abgerechnet wird jeweils am Quartalsende. Ordergebühren, Einrichtungs- oder Kündigungskosten gibt es laut Oskar nicht.

Zum Vergleich: Bei einem eigenen Junior-Depot bei einem Online-Broker sind Depot und ETF-Sparplan oft kostenlos. Du zahlst dann vor allem die ETF-Kosten, bei breiten Welt-ETFs etwa 0,2 % pro Jahr.

Rechenbeispiel: Oskar oder eigenes Junior-Depot?

Nehmen wir an, du sparst ab Geburt 50 € im Monat für dein Kind, 18 Jahre lang. Eingezahlt sind am Ende 10.800 €. Angenommen wird eine Rendite von 7 % pro Jahr vor Kosten.

Kosten pro JahrNach 18 Jahren
Oskarca. 1,14 %≈ 19.179 €
Eigenes Junior-Depot mit günstigem ETFca. 0,2 %≈ 21.199 €

Der Unterschied liegt bei rund 2.000 €. Das ist sozusagen der Preis dafür, dass du dich um nichts kümmern musst.

Annahmen: Einzahlung jeweils am Monatsanfang, Kosten vereinfacht von der Rendite abgezogen, Gebühr über die gesamte Laufzeit gleich. 7 % sind ein Beispiel und keine Garantie.

💡 Tipp: Wenn du das Junior-Depot lieber selbst machen willst, hilft dir unser Broker-Vergleich.

Meine Erfahrung: zwei Kinderdepots seit 2021

Ich habe 2021 für beide Kinder ein Oskar-Depot eröffnet. Beide laufen mit der Strategie OSKAR 80 (moderat offensiv). Die Beträge behalte ich für mich, die Entwicklung kann ich dir aber zeigen:

Depot Kind 1Depot Kind 2
StartMai 2021Juli 2021
StrategieOSKAR 80OSKAR 80
Rendite gesamt (zeitgewichtet)48,67 %42,32 %
Pro Jahr umgerechnetca. 7,6 %ca. 6,9 %

Stand 19.10.2026. Vergangene Entwicklung ist keine Garantie für die Zukunft.

Was heißt „zeitgewichtet“? Diese Rendite (Oskar nennt sie Manager-Performance) zeigt, wie gut die Strategie gelaufen ist. Wann und wie viel eingezahlt wurde, spielt dafür keine Rolle. Deshalb kann man sie gut vergleichen, auch wenn in die Depots unterschiedlich viel geflossen ist.

Depotentwicklung Kind 1 bei Oskar seit Mai 2021, Beträge unkenntlich
Depot Kind 1 seit Mai 2021
Depotentwicklung Kind 2 bei Oskar seit Juli 2021, Beträge unkenntlich
Depot Kind 2 seit Juli 2021

Screenshots aus der Oskar-App. Die Kurve zeigt den Depotwert inklusive aller Einzahlungen, nicht nur die Rendite. Beträge unkenntlich gemacht.

Für wen passt Oskar und für wen nicht?

Oskar passt zu dir, wenn …
  • du für deine Kinder anlegen willst, ohne dich groß damit beschäftigen zu müssen
  • Großeltern oder Paten unkompliziert mitsparen sollen
  • du deine VL komplett in ETFs anlegen möchtest
  • dir eine fertige, breit gestreute Mischung lieber ist, als selbst zu entscheiden
Eher nicht, wenn …
  • du die Kosten so niedrig wie möglich halten willst
  • du dich ohnehin mit ETFs beschäftigst und einen Sparplan selbst einrichten kannst
  • du genau bestimmen willst, welche ETFs im Depot liegen
  • du die Arbeitnehmer-Sparzulage für deine VL bekommen würdest

💡 Passend dazu: Wie dein eigenes Verhältnis zu Geld schon in der Kindheit entsteht, liest du in Deine Eltern sind schuld?

Meine Meinung und Fazit

Ich denke, dass Oskar durchaus eine solide Anlage ist, besonders für Kinder und wenn man sich wirklich wenig damit auseinandersetzen will. Die Rendite ist okay. Einziger Haken sind natürlich die Gebühren, die höher sind als bei einem eigenen Broker oder einem Junior-Depot. Trotzdem macht Oskar es sehr bequem, Depots für die Kinder einzurichten. Das akzeptieren vielleicht auch Großeltern eher, weil das Geld gezielt für die Enkel angelegt wird. Ich nutze Oskar sogar für meine eigenen VL. Das fand ich damals gut, weil ich meine VL so komplett in Aktien-ETFs anlegen kann.

Oskar ist kein Geheimtipp für maximale Rendite, sondern eine bequeme Lösung für Familien. Du zahlst etwas mehr als beim Selbermachen, bekommst dafür aber ein Rundum-sorglos-Paket mit Kinderdepots, Konten für Großeltern und VL-Sparen. Wer sich nicht kümmern will oder kann, fährt damit vermutlich besser als mit gar keinem Depot 🦊

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*Keine Anlageberatung oder Handlungsempfehlung
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Quellen: Oskar: Kosten (Anbieter) · Oskar: ETF-Sparplan für Kinder (Anbieter) · eigene Quartalsrechnungen Q3 2026 · Vergleichsportal: etf.capital: OSKAR Erfahrungen (kommerziell) · etf.capital: VL-Sparen 2026 (kommerziell) · Oskar: Vermögenswirksame Leistungen (Anbieter) · Stand: 24. Oktober 2026

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Über den Investierfuchs

Lehrer, Familienmensch und Privatinvestor. Ich erkläre Finanzen so, wie ich sie mir am Anfang gewünscht hätte. Meist verständlich.

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