Broker-Vergleich: Trade Republic, Scalable, ING und DKB

⏱ … Min. Lesezeit
Broker-Vergleich: Trade Republic, Scalable, ING und DKB

Hey, liebe Investierfüchse! 🦊

Bevor du deinen ersten ETF kaufen kannst, brauchst du ein Depot. Und spätestens hier wird es unübersichtlich: Neobroker, Direktbank, Flatrate, Sparplan ab 1 €, Zinsen aufs Guthaben. Jeder Anbieter wirbt damit, der günstigste zu sein.

Ich habe in den letzten Jahren selbst mehrere Depots genutzt: Trade Republic, Scalable Capital, die ING und die DKB. In diesem Artikel zeige ich dir die Konditionen im Vergleich und erzähle dir ehrlich, was mir gefallen hat und was nicht. Eine Empfehlung „für alle“ gibt es nicht. Am Ende musst du für dich entscheiden, was zu dir passt. Keep it simple.

Worauf es bei einem Broker ankommt

Bevor wir in die Zahlen gehen: Diese Punkte sind aus meiner Sicht wirklich wichtig.

  • Kosten für Sparpläne: Wenn du monatlich in einen ETF sparst, ist das der wichtigste Kostenpunkt. Viele Broker bieten das inzwischen kostenlos an.
  • Kosten für einzelne Orders: Wichtig, wenn du auch mal Einzelaktien kaufst oder größere Beträge auf einmal anlegst.
  • Sicherheit: Deine Wertpapiere sind Sondervermögen. Geht die Bank pleite, gehören sie trotzdem weiter dir. Guthaben auf dem Konto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank abgesichert.
  • App und Bedienung: Klingt banal, ist aber entscheidend. Wenn dich die App nervt, schaust du seltener rein oder triffst schneller unüberlegte Entscheidungen.
  • Alles aus einer Hand? Manche wollen Girokonto und Depot bei einer Bank, andere trennen das bewusst.

Wenn du gerade erst anfängst, lies gerne auch Geld anlegen: Welche Möglichkeiten gibt es? und Was ist ein ETF?. Und ganz wichtig: Erst der Notgroschen, dann das Depot.

Die vier Broker im Überblick

Trade RepublicScalable CapitalINGDKB
Depotführung0 €0 €0 €0 €
Einzelne Order1 € (mit freier Börsenwahl 2 €)FREE: 0,99 €
PRIME+: 0 € ab 250 €
4,90 € + 0,25 %, max. 69,90 €10 € bis 5.000 €, Xetra + 2,50 €
Sparplänekostenlos, ab 1 €kostenlos, ab 1 €viele ETFs kostenlos, Aktien 1,5 %1,50 € pro Ausführung, viele ETFs per Aktion kostenlos
Zinsen aufs Guthaben2,5 % p. a.2,60 % p. a. (Tagesgeld)über Extra-Konto, Aktionen wechselnüber Tagesgeld, siehe DKB
GrundgebührkeineFREE: keine
PRIME+: 4,99 €/Monat
keinekeine
TypNeobroker (Bank)Neobroker (Bank)DirektbankDirektbank
Konditionen laut Anbieter, Stand: 13. Oktober 2026. Maßgeblich ist immer das aktuelle Preisverzeichnis der Bank.

Bei den Zinsen aufs Guthaben gilt: Die Sätze sind variabel und ändern sich mit dem Leitzins. Für die Wahl des Depots würde ich sie nicht überbewerten. Dafür ist der Notgroschen auf dem Tagesgeld da, nicht das Depot.

Trade Republic

Trade Republic ist der bekannteste Neobroker in Deutschland und inzwischen eine echte Bank mit Girokonto, Karte und Depot in einer App. Eine Order kostet 1 €, Sparpläne auf Aktien, ETFs und Krypto sind kostenlos und ab 1 € möglich. Auf das Guthaben gibt es aktuell 2,5 % Zinsen. Mit der Karte bekommst du 1 % „Saveback“ in deinen Sparplan.

Gut zu wissen: Standardmäßig wird deine Order nicht an einer klassischen Börse ausgeführt, sondern zum Bestpreis direkt mit Trade Republic als Handelspartner. Für den normalen ETF-Sparer ist das kein Problem. Wer gezielt eine Börse wie Xetra wählen will, zahlt 2 € pro Order.

Meine Erfahrung

Trade Republic ist für viele die All-in-one-Lösung: Konto, Karte, Depot und Zinsen in einer App. Ich verstehe absolut, warum so viele Trade Republic lieben. Mir persönlich waren es aber zu viele Möglichkeiten auf einmal und mit dem Aufbau der App bin ich nie richtig warm geworden.

Heute liegt mein eigenes Depot bei Scalable, das Familiendepot bei der ING. Trade Republic nutze ich aktuell nicht mehr aktiv.

Scalable Capital

Scalable Capital ist der zweite große Neobroker aus Deutschland und hat seit 2025 eine eigene Banklizenz. Es gibt zwei Modelle:

  • FREE: keine Grundgebühr, 0,99 € pro Order. ETF-Käufe von Amundi, iShares, Vanguard und Xtrackers ab 250 € sind kostenlos.
  • PRIME+: 4,99 € im Monat, dafür sind Orders ab 250 € kostenlos. Lohnt sich nur, wenn du regelmäßig handelst.

Sparpläne sind in beiden Modellen kostenlos und ab 1 € möglich. Auf das Tagesgeld gibt es aktuell 2,60 % Zinsen. Achtung: Zum 1. September 2026 hat Scalable die Preise an einzelnen Handelsplätzen angepasst. Schau also vor einer größeren Order kurz in die aktuelle Preisübersicht.

Meine Erfahrung

Mein eigenes Depot liegt bei Scalable. Was mir gefällt: Scalable bietet ein klares Abo-Modell. Du weißt genau, was du bezahlst. Außerdem kannst du selbst entscheiden, ob sich PRIME+ für dich lohnt oder ob FREE reicht. Gerade wenn du neben dem ETF-Sparplan auch mal Einzelaktien kaufst, ist das aus meiner Sicht eine gute Lösung.

ING

Die ING ist eine klassische Direktbank. Girokonto, Tagesgeld und Depot liegen bei einer Bank, alles in einer App. Einzelne Orders sind mit 4,90 € plus 0,25 % des Kurswerts deutlich teurer als bei den Neobrokern. Dafür sind viele ETF-Sparpläne kostenlos, die Provision übernehmen dort die Fondsanbieter. Aktien-Sparpläne kosten 1,5 % der Sparrate. Für junge Leute gibt es das Direkt-Depot Young mit 1,90 € pro Order.

Meine Erfahrung

Unser Familiendepot liegt bei der ING. Einzelne Orders kosten hier natürlich etwas mehr, aber es gibt immer wieder Aktionen, sodass reine Sparpläne gut funktionieren. Ein Pluspunkt sind für mich die zusätzlichen Tagesgeldkonten: Damit hast du etwas Spielraum, zum Beispiel um den Notgroschen getrennt vom restlichen Geld zu parken.

DKB

Auch die DKB ist eine Direktbank mit Girokonto und Depot aus einer Hand. Eine Order bis 5.000 € kostet 10 €, an Xetra kommen 2,50 € dazu. Sparpläne kosten regulär 1,50 € pro Ausführung, über 500 ETFs sind per Aktion aber kostenlos besparbar. Über 200 ETFs kannst du ab 500 € Ordervolumen außerdem ohne Orderentgelt kaufen. Diese Aktionen können sich ändern.

Meine Erfahrung

Die DKB finde ich an sich gut, vor allem wenn du schon dein Girokonto dort hast. Aber: Die 10 € pro Order lassen kleine Anlagen schnell teuer werden. Kaufst du einmal Aktien für 100 €, sind 10 € Gebühr schon 10 % deiner Anlage. Für reine Sparpläne ist die DKB durch die Aktionen dagegen völlig okay.

Für wen passt welcher Broker?

Wie gesagt: Den einen besten Broker gibt es nicht. Aber ein paar Faustregeln helfen:

  • Du willst einfach monatlich in ETFs sparen? Dann sind Sparplan-Kosten das Wichtigste. Hier sind die Neobroker vorne. Aber auch die ING bietet viele ETF-Sparpläne kostenlos an.
  • Du kaufst öfter Einzelaktien? Dann zählen die Orderkosten. Neobroker sind hier deutlich günstiger.
  • Du willst alles bei einer Bank? Dann kann eine Direktbank wie ING oder DKB passen, auch wenn einzelne Orders dort mehr kosten.
  • Du bist leicht abzulenken? Ehrlich gemeint: Eine App, die dich ständig mit Krypto, Derivaten und Push-Nachrichten lockt, ist für einen ruhigen ETF-Sparplan nicht immer ideal.

Meine Meinung

ING und DKB sind beide gute Depots, es kommt aber stark auf die Summe an, die du investierst. Für reine Sparpläne sind beide Banken durch ihre Aktionen eigentlich okay. Wenn du mit Einzelaktien investierst, solltest du eher schauen, ob sich Scalable oder Trade Republic für dich lohnt. Scalable bietet ein klares Abo-Modell, Trade Republic die All-in-one-Lösung. Es kommt also wie immer auf deine persönliche Situation und deine Strategie an.

Du weißt noch nicht, wie viel Risiko du eingehen willst? Dann mach vorher mein kurzes Quiz: Welcher Anlagetyp bin ich?

Und: Du kannst den Broker später wechseln. Ein Depotübertrag ist in Deutschland kostenlos. Die Entscheidung ist also nicht für immer.

Ausblick: das Altersvorsorgedepot

Ab dem 1. Januar 2027 startet das neue Altersvorsorgedepot. Der Staat fördert dann Einzahlungen mit bis zu 540 € im Jahr, plus Kinderzulage. Und gerade ist ein richtiger Preiskampf darum entbrannt: Trade Republic und Scalable Capital kündigen Standarddepots ohne Gebühren an, die ING sammelt Interessenten auf einer Starteliste und auch die DKB wirbt schon dafür. Wie das Depot funktioniert, was die Anbieter bieten und was dir der Staat dazulegt, erkläre ich ausführlich im Artikel Altersvorsorgedepot einfach erklärt. Dort findest du auch einen Förderrechner.

Mein Tipp: Lass dich nicht hetzen. Laut Stiftung Warentest kannst du die Förderung für 2027 auch noch im Dezember 2027 rückwirkend beantragen.

Fazit

  • 👉 Alle vier Depots sind ohne Depotgebühr zu haben.
  • 👉 Für ETF-Sparpläne sind die Neobroker und die ING am günstigsten.
  • 👉 Direktbanken punkten mit „alles aus einer Hand“, sind bei einzelnen Orders aber teurer.
  • 👉 Der beste Broker ist der, den du verstehst und mit dem du dranbleibst.

Bei mir liegt das Familiendepot bei der ING und mein eigenes Depot bei Scalable. Mal schauen, wie sich das in Zukunft entwickelt.

💡 Tipp: Wenn du bei mehreren Brokern investierst, behältst du mit einem Portfolio-Tracker den Überblick. Ich nutze dafür Parqet, meine Erfahrungen findest du in Parqet im Test.

Mit welchem Broker bist du unterwegs und warum? Schreib’s mir auf Instagram! 💬👇


*Keine Anlageberatung oder Handlungsempfehlung
*Alle Angaben ohne Gewähr
👉 Wie immer: Do your own Research!

Quellen: Trade Republic · Scalable Capital: Broker-Preise · ING: Konditionen Direkt-Depot · DKB: Depot · depotkonto.de: Trade Republic Gebühren · Stiftung Warentest: Preiskampf beim Altersvorsorgedepot · Stand: 13. Oktober 2026

Investierfuchs Logo
Über den Investierfuchs

Lehrer, Familienmensch und Privatinvestor. Ich erkläre Finanzen so, wie ich sie mir am Anfang gewünscht hätte. Meist verständlich.

Folge mir auf InstagramMehr über mich