Hey, liebe Investierfüchse! 🦊
Bevor du dir Gedanken machst, welchen ETF du kaufst, solltest du dir eine andere Frage stellen: Wie viel Risiko kannst und willst du eigentlich eingehen? Klingt langweilig, ist aber wahrscheinlich die wichtigste Frage beim Investieren. Denn die beste Strategie bringt nichts, wenn du sie beim ersten Crash panisch über Bord wirfst.
In diesem Artikel klären wir, was Risikobereitschaft und Anlagehorizont bedeuten. Und dann kannst du in meinem kleinen Quiz selbst testen, welcher Anlagetyp du bist. Keep it simple.
Inhalt dieses Artikels
Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit
Hier werden oft zwei Dinge in einen Topf geworfen:
- Risikotragfähigkeit: Wie viel Verlust kannst du dir finanziell leisten? Das hängt von deinem Einkommen, deinen Fixkosten, deinem Notgroschen und davon ab, wann du das Geld brauchst.
- Risikobereitschaft: Wie viel Verlust hältst du emotional aus? Also: Bleibst du ruhig, wenn dein Depot plötzlich 30 % im Minus ist, oder kannst du nicht mehr schlafen?
Beides muss zusammenpassen. Wer sich finanziell viel Risiko leisten kann, aber beim kleinsten Minus nervös wird, verkauft am Ende im schlechtesten Moment. Und wer gerne mutig ist, aber das Geld nächstes Jahr für ein Auto braucht, sollte sich lieber bremsen.
Warum der Anlagehorizont so wichtig ist
Aktien schwanken. Das ist keine Theorie, sondern passiert regelmäßig. Ein Blick auf die größten Einbrüche des MSCI World, also eines Index mit über 1.000 Unternehmen aus Industrieländern:
| Crash | Verlust MSCI World | Dauer des Absturzes |
|---|---|---|
| Dotcom-Blase 2000 bis 2003 | ca. 54 % | 31 Monate |
| Finanzkrise 2007 bis 2009 | ca. 48 % | 16 Monate |
| Corona-Crash 2020 | knapp 30 % | wenige Wochen |
Die gute Nachricht: Bisher hat sich der Markt nach jedem Crash wieder erholt. Die schlechte: Das kann dauern. Und genau deshalb ist der Anlagehorizont so wichtig. Wenn du das Geld in 20 Jahren brauchst, kannst du einen Crash aussitzen. Brauchst du es in zwei Jahren, kann dich ein Crash im falschen Moment erwischen.
Als grobe Faustregel gilt: Geld, das du in den nächsten Jahren brauchst, gehört nicht in Aktien. Für Aktien-ETFs solltest du eher in zehn Jahren und mehr denken.
💡 Tipp: Wie stark ein langer Anlagehorizont wirkt, kannst du im Rechner aus Zinseszins einfach erklärt selbst ausprobieren.
Das Quiz: Welcher Anlagetyp bist du?
Jetzt bist du dran! Beantworte die sieben Fragen ehrlich, nicht so, wie du gerne wärst 😉
7 Fragen, ca. 2 Minuten. Deine Antworten werden nicht gespeichert und nicht übertragen, alles bleibt in deinem Browser.
Dieses Quiz ist eine grobe Orientierung zur Selbsteinschätzung und ersetzt keine Anlageberatung. Es empfiehlt keine Produkte. Wie immer: Do your own Research!
Was machst du mit deinem Ergebnis?
Dein Ergebnis ist keine Anlageberatung, sondern ein Startpunkt zum Nachdenken. Ein paar Gedanken dazu:
- Dein Typ kann sich ändern. Mit mehr Erfahrung, einem höheren Notgroschen oder einem neuen Lebensabschnitt sieht die Lage oft anders aus.
- Ehrlichkeit schlägt Mut. Lieber etwas vorsichtiger starten und dabei bleiben, als zu mutig starten und im Crash alles verkaufen.
- Die Basis bleibt gleich: Erst der Notgroschen, dann investieren. Wie ein ETF funktioniert, erfährst du in Was ist ein ETF?. Welches Depot zu dir passt, klären wir im Broker-Vergleich.
Meine Erfahrung
Bei mir war der Auslöser ganz klassisch Corona. Ich war damals mega gehyped und bin direkt gestartet. Zuerst mit einem ETF als Basis, also dem klassischen Core-Satellite-Ansatz. Dann kamen ziemlich schnell viele Einzelaktien dazu. Und ja, ich habe auch mal ins fallende Messer gegriffen.
Was ich daraus gelernt habe: Meine Risikobereitschaft war am Anfang deutlich höher als meine Erfahrung. Heute würde ich zuerst den Notgroschen aufbauen und dann investieren, mit einem breit gestreuten ETF als Fundament.
Und heute? Wenn ich ehrlich bin, bin ich eigentlich eher sicherheitsorientiert, mit einem Hang zu kleinen Zockereien 😅 Genau dafür brauche ich klare Spielregeln: Gezockt wird nur mit Geld, das ich auch wirklich ausgeben kann. Die Basis, mein ETF-Sparplan, läuft davon unberührt sicher weiter.
Fazit
- 👉 Risikotragfähigkeit ist, was du dir leisten kannst. Risikobereitschaft ist, was du aushältst.
- 👉 Je länger dein Anlagehorizont, desto eher kannst du Schwankungen aussitzen.
- 👉 Geld, das du in wenigen Jahren brauchst, gehört nicht in Aktien.
- 👉 Sei ehrlich zu dir selbst. Die beste Strategie ist die, die du auch im Crash durchhältst.
Du willst für die Rente sparen und dabei nicht alles selbst entscheiden? Dann schau dir das neue Altersvorsorgedepot an. Dort legt der Staat sogar Geld dazu.
Welcher Typ bist du geworden? Schreib’s mir auf Instagram! 💬👇
*Keine Anlageberatung oder Handlungsempfehlung
*Alle Angaben ohne Gewähr
👉 Wie immer: Do your own Research!
Quellen: Finanztip: Die größten Einbrüche des MSCI World · Stiftung Warentest: MSCI World in Krisen · Stand: Oktober 2026

